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Von Tišnov

Tišnov

Tišnov (Tischnowitz) mit Předklášteří (Vorkloster) liegen in einem Talbecken, durch das sich der Fluss Schwarzach (Svratka) schlängelt, und im Windschattenhang des Berges Květnice (470 m), der als ein bedeutendes Gebiet für Mineralien- und Pflanzenkundeforschungen bekannt ist.

In einer der Sgraffiti, mit denen der mährisch-slowakische Maler Jano Köhler Anfang des 20. Jhds. das Tišnover Rathaus verziert hat, ist der stolze Spruch der alten Tišnover Bewohner graviert: "Květnice hora, Besének voda, dražší než celá Morava" („Květnice – Berg, Besének – Bach, edler als das mährenweite Gebiet“. Der Ursprung dieses Spruchwortes ist sicher auf Bodenschätze der Region Tišnovsko zurückzuführen. Doch bereits im Zeitraum der Herrschaft der Przemysliden erfolgten auf dem Berg Květnice jeweilige Forschungen nach Silbererzen und im Bach Besének, der am Bergfuß in den Fluss Schwarza mündet, sollte einst sogar Gold gewaschen werden. Seien wir heute bescheidener und lassen wir zumindest zu, dass die Region Tišnovsko einen schönen Streifen des Vorgebirgslandes im südöstlichen Vorland des Böhmisch-Mährischen Hügellandes Town hall einnimmt und dass sie auf ihre reichliche Geschichte stolz sein kann, die sowohl aus zahlreichen archäologischen Funden als auch aus einer Reihe weltlichen sowie sakralen Gebäude diverser Baustilen und unterschiedlicher Alter ersichtlich ist. Eine Lebenslinie dieser interessanten Landschaft stellt der Mittellauf der Schwarza dar. Aus diesem Flusstal springen weitere Bach- und Flüsschentäler und –tälchen ab, die ihre Besucher zum Wandern bis an die Flussquellen und an zahlreiche Höhen mit Fernsicht anziehen.

Das Rathaus auf dem Friedensplatz (náměstí Míru) – Sitz des Stadtamtes – wurde ursprünglich als ein Holzgebäude gebaut und die jüngsten Erwähnungen kommen auf das 16. Jahrhundert zurück. Seit 1771 ist dieses Rathaus als ein aus Steinen gebaute Gebäude bekannt, 1905-1906 wurde laut Entwurf des Architekten Vladimir Fischer ein neues im romantischen historischen Baustil gebautes Gebäude oberhalb des mittelalterlichen unterirdischen Verlies aufgebaut. 2002-2003 gelang es, die derzeitige Erscheinung durch Anbau eines neuen Westflügels zu erzielen.

St. Wenceslas’s church

Eine der Sehenswürdigkeiten von Tišnov stellt die St. Wenzelskirche dar, einschiffiges im gotischen Stil aufgebautes Gebäude a us der 2. Hälfte des 15. Jhds., ins Barockstil im 18. Jahrhundert umgebaut und auf den heutigen Zustand in der Hälfte des 19. Jhds. gebracht.

House No.67

Das Haus Hs.-Nr. 67 in der Dvořáčkova Str. ist in seiner Front mit jeweiligen in eiförmigen Stuckrahmen angebrachten Fresken verziert, an denen der St. Martin und St. Georg dargestellt sind. In diesem Haus wurde 1808 Jan Dvořáček geboren, Volksaufklärer und Teilnehmer des Slawentreffens in Prag von 1848.

Die Stadt mit rund acht Tausend Bewohnern erstreckt sich im breiten Talbecken, der mit bewaldeten Bergen umgeben ist. Die erste schriftliche Erwähnung über das Dorf Ťušnovice, Vorgänger der derzeitigen Stadt Tišnov, kommt aus dem Jahre 1233, im Zusammenhang mit der Einweihung des Klosters Porta Coeli, der sich in ihrer unmittelbaren Nähe befindet. Die Geschichte der Besiedlung des Tišnover Talbeckens weist jedoch wesentlich ältere Wurzeln aus, denn die Anwesenheit der ersten Ansiedler wurde bereits von vierzig Tausend Jahren aufgezeichnet. Es soll wenigstens an häufige Funde von Steinwerkzeugen aus dem Spätpaläolith aus Horka bei Hradčany (Radschans) woodcut und aus Železne (Schelesna), neolitische Spaltindustrie aus Březina erinnert werden. In einigen Gartenanlagen von Tišnov können bis zu heutigen Tagen jeweilige Scherben als Ascheeimerreste der Lausitzer Kultur der Bronzezeit ausgegraben werden.

In einem Holzschnitt aus 30. Jahren des letzten Jahrhunderts ist es Karel Formánek gelungen, eine malerische Ecke der Stadt Tišnov um den Mühlgraben herum einzufangen, der in den 60. Jahren zugrunde gegangen ist.

Baroque Pieta Die Barockpietät an der Kirche befand sich ursprünglich an der Stelle der Mariensäule auf dem Komenský Platz.

Die Gemeinde wurde bald zum Mittelpunkt der Klosterherrschaft, dessen Reichtum auf die Grundspenden der Angehörigen der Przemysliden zurückzuführen ist. Der Aufschwung der sich in ein Städtchen umwandelnden Gemeinde Tišnov wurde durch die Hussitenkriege abgebremst, jedoch bereits das 16. Jhd. brachte für die Tišnover Bewohner einen weiteren Gewerbe- und Handelsboom mit. Die Stadtbewohner konnten allmählich diverse Vorrechte erwerben, anfangend mit Marktrechten, die für die Stadt im Jahre 1416 vom König Wenzel IV. eingeräumt wurden, und endend mit Erteilung einer ganzen Reihe von etlichen Privilegien, um die sich die Klosteräbtissin 1554 verdient hatte, und deren Bestätigung seitens jeweiliger Herrscher namentlich im 18. Jhd.. Der Dreißigjährige Krieg hat jedoch erhebliche Schaden für Tišnov herbeigeführt, aus denen sich diese Stadt eigentlich erst im 19. Jhd. erholt hat. Als Stadt wird Tišnov erst seit 1788 anerkennt, wo hier ein reguliertes Stadtamt errichtet wurde. Zu einem bedeutenden Anlass zum weiteren Aufschwung Virgin Mary's Column von Tišnov wurde die Errichtung einer Bahnverbindung mit Brünn (Brünn) 1885 sowie Verlängerung der bestehenden Eisenbahn bis nach Žďár nad Sázavou (Saar) über Nové Město na Moravě (Neustadtl) (Mähren) zwanzig Jahre später. Auf dieser Art und Weise wurde Tišnov zu einem tatsächlichen Tor ins malerische Böhmisch-Mährische Hügelland.

Die Mariensäule auf dem Komenský Platz wurde 1863 zur Gelegenheit des tausendjährigen Jubiläums der Ankunft der Apostel Konstantin (Kyrill) und Metod ins Mähren erbaut. Deren Statuen zieren zusammen mit den Statuen St. Wenzels und St. Florian die mit der Heiligen Maria versehene Säule. Diese Säule ist ein Werk des Bildhauers Josef Břenek.

Jambor's House

Das Haus Hs.-Nr. 475 auf der Brněnská Str. galt seit 1931 bis zum Todesjahr 1964 als Wohnort des akademischen Malers Josef Jambor, der als Ehrenbürger der Stadt Tišnov geehrt wird. Zum heutigen Stand wurde dieses Haus 1996 gebracht und derzeit hat hier eine Gemäldegalerie ihren Sitz, wo eine Bilderreihe von Josef Jambor ausgestellt wird. Diese Bilder wurden seitens Josef Jambor als Vermächtnis der Stadt Tišnov hinterlassen. Die o.g. Gemäldegalerie wird gleichzeitig als ein Ausstellungsraum genutzt.

Erst an der Wende des 19. und 20. Jhds. ging die städtische Bebauung über den mittelalterlichen Grundriss unterhalb der St. Wenzels Kirche hinaus. Am Fuß des bewaldeten Berges Klucanina ließ MUDr. F. Kuthan sein Sanatorium bauen, an das Anfang des 20. Jhds. von der Sokolturnhalle an eine Straße von wunderschönen im Jugendstil erbauten Villenhäusern heranzuwachsen begann. Im Zeitraum zwischen beiden Weltkriegen fing Tišnov an, in die umliegenden Felder einzugreifen, wo ein angenehmes Milieu einer Gartenstadt entstand. Laut Entwurf der namhaften Architekten Bohuslav Fuchs und Jindřich Kumpošt wurde 1933 ein an funktionalistischen Stil erinnerndes Gebäude der Sparkasse (heute Komerční banka) erbaut, einige ausgeschliffene Wohnbauten im gleichen Stil entstanden damals auch in der Stadtgartenecke. Seit 1925 ist das Gebäude des Gymnasiums im Betrieb, das 1936-1937 an seiner Größe gewonnen hat. Die 1898 erbaute Sokolturnhalle in der Nähe wurde 1925-1926 um einen neuen Saal erheblich aufgebaut, in dem auch heute bedeutsame Gesellschafts- und Kulturveranstaltungen veranstaltet werden, einschließlich der berühmten internationalen Mineralienbörsen.

Das Gartenstadtbild wurde teilweise mit dem Siedlungsbau in sechziger und siebziger Jahren beeinträchtigt. Die Wohnhäuser sind jedoch heute wenigstens teilweise in ihre Umgebung eingeschlossen, und zwar dank der hoch gewachsenen Grünflächen. Als wesentlichen Meilenstein ist die 1978-1983 vorgenommene Erweiterung der Sokolturnhalle um eine Sporthalle zu nennen. In dieser Sportanlage werden regelmäßig auch Wettkämpfe auf dem internationalen Niveau veranstaltet. Bezüglich der in letzten Jahren aufgebauten wichtigen sowie interessanten Gebäude ist das Altersheim hervorzuheben, das 1992-1996 oberhalb der Siedlung Pod Květnicí erbaut wurde.

Vila

Unter die mit dem Staatsschutz versehenen Anlagen gehören auch einige sich auf der Riegrova Str. befindende Wohnhäuser, wobei die meisten dieser Anfang des 20. Jhds. errichtet wurden. Zu den merkwürdigsten gliedert sich die Villa Jaroch (Hs-Nr. 324), aus der ein ungewöhnlicher Zauber ausstrahlt.

Tišnov konnte sich nie mit einer bedeutenden Industrieentwicklung prangen. Auch dank dieser Tatsache gelang es, für die unmittelbare Stadtumgebung die Züge einer harmonisierten mit Feldern, Wiesen und Wäldern besäten Landschaft zu erhalten, wo eine ganze Reihe von wertvollen Gebieten mit lediglich mäßig beeinträchtigter Natur zu finden ist. Erstens ist der mit Sagen umwobene Berg Květnice zu nennen, der zum Naturschutzgebiet zum ersten Mal bereits 1928 erklärt wurde. Bereits durch seine Benennung gilt dieser teils Kalk- und teils Quarzsteinberg als Symbol eines riesigen Gattungsreichtums. Bis heute kann man sich hier vom Frühjahr bis Herbst über eine ganze Reihe Rozhledna wertvoller wärmeliebender Pflanzen freuen – zum Beispiel Kornelkirsche, Federgras, Christusauge, Ästige Graslilie …. Die „Blüten“ sind auch im Berginneren zu finden - Amethyst, Rauchtopas, Zitrin, Honigkalzit, Tropfsteine mannigfaltiger Formen sowie Farbtöne. Die Besucher machen sich mit dem Pracht sowohl der belebten als auch unbelebten Natur sowie mit dem Naturschutz dank 13 Lehrpfadhaltepunkte vertraut, die am Berg Květnice 2002 errichtet wurden. Über eine interessante Natur verfügt auch der gegenüberliegende Berg Klucanina (415 m) mit einem neuen Aussichtsturm. An den Bergabhängen kann man heute leider nur einzelnen Blüten des Frauenschuhes – einer der schönsten und wertvollsten europäischen Blumen überhaupt - begegnen.

Der Aufsichtsturm auf dem Berg Klucanina wurde 2003 namentlich dank Begeisterung der Mitglieder der Bürgergemeinschaft „Rozhled na Tišnov“ (Rundblick über die Stadt Tišnov) sowie Verständnis der Stadtverwaltung aufgebaut. Dieser nimmt die Stelle des ehemaligen aus Holz bestehenden Aussichtsturmes ein, aus den Jahren 1934-1947, hinter dessen Errichtung der in Tišnov tätige „Klub českých turistů“ (Verein der tschechischen Touristen) steht.

Burza minerálů

Die Sokolturnhalle von Tišnov gilt bereits seit drei Jahrzehnten als Mekka der Mineraliensammler. In letzten Jahren treffen sich hier jeweils zweimal jährlich zahlreiche Mineraliensammler im Rahmen der herkömmlich werdenden Börse – gewöhnlich am ersten Mai- und Novemberwochenende, die nicht nur europaweit, sondern z.B. auch in Japan sowie Lateinamerika bekannt ist.

Wunderschöne Aussichten über Tišnov bieten auch die Felsen des Berges Výrovka (Geiergucke) (420 m) an, der sich oberhalb des Schwarza-Tales südlich der Stadt erstreckt. Flussabwärts führt ein bequemer Wanderweg um die Schleuse in Březina Jeskyně herum bis ins zusammengerücktes, teilweise felsenreiches Tal zwischen Sentice (Sentitz) und Heroltice mit dem bekannten Erholungszentrum Šárka sowie mit zahlreichen Hütten. Diese Datschen fingen an vor allem die Bewohner der nah liegenden Stadt Brünn bereits in der Periode der I. Republik zu bauen.

Das unterirdische Reich des Kalksteinbereichs des Berges Květnice verbirgt bedeutende Karsthöhlen. Die größte und schönste dieser Höhlen mit dem Namen „Králova jeskyně“ (Král-Höhle) wurde bei einer Dachsbaujagd 1972 erfunden. Im Inneren erfolgen anspruchsvolle höhlenkundliche Forschungen und für die Öffentlichkeit ist diese lediglich ausnahmsweise erreichbar, z.B. bei der Gelegenheit der Veranstaltung von Mineralienbörsen.