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Předklášteří

Porta Coeli

Das Gelände des Klosters Porta Coeli (Himmelspforte), ursprünglich erbaut im romanisch-gotischen Baustil, erstreckte sich allmählich seit dem 13. Jh.. 1233 wurde das Kloster für den Orden der Zisterzienserinnen von der Königin Konstanze erbaut, Witwe nach dem Przemysl Otakar I., unter Unterstützung deren Söhne – König Wenzel I. sowie mährischen Markgrafen Przemysl, der an diesem Standort, genauso wie auch die Gründerin, beerdigt ist. Die früher Kloster-, seit 1782 Pfarrkirche der Mariahimmelsfahrt mit einem fünfseitigen Chor ist ein riesiges dreischiffiges turmloses Basilikum. Dieses wurde 1233-1239 erbaut und ist mit einem Rippengewölbe versehen. Das reichlich verzierte in der Westfront gelegene gotische Portal wird für ein künstlerisches Unikum seiner Art mitteleuropaweit gehalten.

Portál

Einer großen Beliebtheit der tschechischen Königin Konstanze Anfang des 13. Jhds. für die Landschaft am Zusammenfluss des Bächleins Loučka und Schwarza unterhalb den Steinhügeln ist dafür zu danken, dass sie sich dafür entschied, das Kloster Porta Coeli erbauen zu lassen und hier als eine Büßerin ihr Leben abseits zu beschließen. In diese mit Gott vergessene Ecke Mährens geriet sie wohl durch eine Grenzwaldung durch ein der Landespfade aus Böhmen beim Besuch ihres Sohnes Przemysl – Markgraf von Mähren in Brünn. Das Klostergelände sowie Zweck der Geländeverwendung machten während der Jahrzehnte manchmal sogar drastische Änderungen durch. Im Zeitraum der Hussitenkriege wurde das Kloster verplündert und erst 1454 wiederhergestellt. 1619 wurde dieser von mährischen Ständen aufgelöst, jedoch bereits 1625 wurde seine Tätigkeit erneut aufgekurbelt. 1782 erfolgte aus der Anordnung des Kaisers Josef II. erneute Auflösung und der Klostergroßgrundbesitz fiel in den Schoss der weltlichen Inhaber, von denen das Kloster selbst sogar für Industrieaktivitäten verwendet wurde. 1861 wurde der Großgrundbesitz vom Nonnenkloster der Zisterzienser in Oberlausitzer Marienthal beschafft und erst vierzig Jahre danach kehrten jeweilige Ordenschwester erneut zurück. 1950 erfolgte die dritte Klosterauflösung, die Ordensschwestern wurden gezwungen in der Landwirtschaft zu arbeiten, zum Beispiel im Mastschweinestall. Das Ordenleben konnte hier erst 1990 wiederhergestellt werden.

Porta Coeli

Zum Bedarf des wiederhergestellten Klosters wurde 1900-1901 anstelle des alten Speichers laut Entwurf des Baumeisters František Pavlů eine neue Kirche Mariahimmelsfahrt im neugotischen Stil (links) erbaut, da die ursprüngliche Klosterkirche als Pfarrkirche (rechts) erhalten blieb.

Das Gelände des Klosters Porta Coeli gehört zu den bedeutendsten Baudenkmälern der Tschechischen Republik. Außer des gut gepflegten romanisch-gotischen Klosterkernes mit einem Unikumportal wurde hier eine ganze Reihe von weiteren Anlagen erhalten, zum Beispiel ein Barockspeicher, ehemalige Bierbrauerei, einige Gärten sowie Burgmauerreste. Im Gebäude der ehemaligen Propstei fand ihren Sitz das Vorgebirgslandmuseum, in dem außer Dauerexpositionen zahlreiche kurzfristige Ausstellungen veranstaltet werden, wobei auch Besucherführungen auf dem Klostergelände angeboten werden. In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde einer der drei Teiche wiederhergestellt, durch die das Kloster Kapitulní síň – auch aus Schutzgründen – umgeben wurde.

Als weiteres bedeutendes Denkmal der Gemeinde ist die im spätgotischen bis Renaissancestil 1555 erbaute Dreifaltigkeitskirche am Friedhof hervorzuheben, umgebaut 1678. Auf dem kegelartigen Hügel Čepička (391 m), westlich der Gemeinde, sind die Reste der mittelalterlichen Befestigung erhalten, die von den Herren von Pernštejn (Pernstein) im zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts in der zeitweise in Beschlag genommenen Klosterherrschaft errichtet wurde. Am Fuß des Berges Dřínová, der durch die Kalksteinförderung beeinträchtigt wurde, wurden im Rahmen einer archäologischen Rettungsforschung zahlreiche Werkzeuge sowie sogar altertümliche Fundamente der Jäger- und Sammlerhütten aus dem Spätpaläolith entdeckt.

Als ein der wertvollsten Klosterbauteile ist das an den Kreuzgang der Ostseite anliegende Kapitelhaus zu nennen. Dieser ist mit einem Rippengewölbe an zwei Pfeilern ausgerüstet, wobei in diesem Gewölbe auch ein ursprünglicher Steinleserpult erhalten wurde.

Křížová chodba

Der Kreuzgang, von dem der quadratische Abthof umgeben wird, berührt die Kirchennordfront. Diese Front wurde gegen 1260 fertig gebaut. Zusammen mit dem frühgotischen Gewölbe mit reichlicher Verzierung gehören diese heutzutage zu den best erhaltenen Bauten dieser Art im Mähren.

Předklášteří kann nicht nur auf das Klosterhimmelstor stolz sein, sondern die Gemeinde selbst stellt ein Tor in die umliegende interessante Natur – ins romantische Tal des Flusses Loučka (leider teilweise durch den hiesigen Steinbruch beeinträchtigt) sowie ins Waldreich des Berges Pasník (543) dar. Außer der wunderschönen Überreste der natürlichen Laubwälder findet man dort auch ein großzügiges Bewachs, ursprünglich der nordamerikanischen Douglastanne, sog. "Jubiläum". Angeblich erfolge die Auspflanzung zur Gelegenheit des 60. Jubiläums der Herrschaft des Kaisers Franz Josef I.

Mobiliář

An den Wiesenhängen zwischen Obstgärten südlich Předklášteří befindet sich das begehrliche Schigelände "Na Klínku". Hier werden auch europäische Grasschimeisterschaften veranstaltet.

Das Mobiliar der heutigen Pfarrkirche ist barock, die Gemälden lassen an die Maler F. A. Maulbertsch, J. Stern und I. Raab erinnern, die Verfasser der bildhauerischen Verzierung sind J. Winterhalder d.Ä. und O. Schweigel. Unterhalb des Kirchenschiffes befindet sich eine Gruft, in der heutzutage die Ordensangehörigen beerdigt werden. In der Vorkirche sind einige Steingrabsteine der Klosteräbtissinnen platziert.