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Loučky und Žďárec

Viadukt

Die merkwürdigste Sehenswürdigkeit der Gemeinde Dolní Loučky stellt die Eisenbahntalbrücke oberhalb des Libochůvka Bachtales, genannt als Friedensbrücke, dar. Diese ist 300 m lang und 30 m hoch. Dieses größte Ingenieurwerk an der Strecke Brünn-Havlíčkův Brod (Deutsch Brod) wurde 1939-1953 erbaut. Der große Bogen mit der lichten Weite von 120 m gilt als der größte Eisenbetonbogen in der Tschechischen Republik.

Hrad Loučka

An einem hochgelegten Riegel genannt Hradisko, der mit dem Flüsschen Loučka umgeströmt wird, sind bisher verhältnismäßig umfangreiche Reste der gotischen Burg Loučka (manchmal falsch bezeichnet als Střemchov) erkenntlich. Erkenntlich ist die ursprüngliche Burganordnung mit einem Längskern und Prismenturm mit einem Durchmesser von 9 m. Die Burg wurde wohl im zweiten Drittel des 13. Jhds. gegründet und ihr Untergang fällt in die Periode der böhmisch-ungarischen Kriege in der zweiten Hälfte des 15. Jhds. (das Jahr 1497 erinnert ausdrücklich an eine wilde Burg).

Das Landschaftsbild dieses nordwestlichen Teiles der Region Tišnovsko erinnert ans Landschaftsbild um Deblín herum. Lediglich der Waldbestand erscheint hier in einigermaßen mehr zerstreuter Form, wogegen die Flusstäler der Flüsse Loučka, Libochůvka und ihrer Zuflüsse weisen wenigstens in einigen Teilsabschnitten eine noch tiefere Lage aus. Die Reste der mittelalterlichen Burgen und Schlösschen Loučka, Rysov, Košíkov und Víckov (Witzkau) lassen ahnen, dass hier einst ein bedeutender Landpfad überwacht wurde. Einige Jahrzehnte später wurde hier eine doppelgleisige Strecke aus Tišnova nach Žďár nad Sázavou (Saar) erbaut, deren Parameter sprich Talbrücken, Bahndämme, Aushübe sowie lange Tunnels den Bergbahnstrecken entsprechen.

Ende des II. Weltkrieges waren die Kriegsgefangenen aus unterschiedlichen europäischen Ländern gezwungen, sich in den Tunnels der sich im Aufbau befindenden Eisenbahn an der Produktion der deutschen Jagdflugzeuge (Messerschmitt) in einer Fabrik beteiligen, die nach der Jagdgöttin Diana genannt wurde. Noch heute sind an diversen Stellen jeweilige Fundamente der Gefangenenbaracken erkenntlich, einige dieser Baracken wurden in Kutiny im Libochůvka-Bachtal zu Erholungsgebäuden umgebaut.

Samota

Am Einzelgehöft in der Nähe von Havlov bei Ždárec verbrachte fast eine Jahrhunderthälfte Anna Pammrová (1860-1945), bekannt geworden namentlich durch ihren Schriftverkehr mit dem Dichter Otokar Březina.

Bereits 1899 ließ eigenartige Denkerin und Schriftstellerin Anna Pammrová ihre erste Blockhütte bauen. Im Einzelgehöft lebte sie sehr bescheiden, im Einklang mit der Natur, einige ihrer Ideen kamen um Jahrzehnte die heutigen Umweltaktivisten zuvor. Einigermaßen prächtigere Sommerwohnung ließ hier einige Jahre später (1907) die Prager Havel-Familie bauen. Einen Teil seiner Kindheit verbrachte hier der künftige erste Präsident der Tschechischen Republik Václav Havel.

Cesta

Auf den mäßig wellenförmigen Hochebenen bei Kuřimská Nová Ves (Neudorf b. Gurein) kann man den Spaziergang durch alte Feldwege mit reichlich blühenden Säumen genießen.

Rybník

Der Teich in Nihov als einzige größere Wasserfläche in der Region Tišnovsko zieht zum Verweilen beim Sommerurlaub bereits seit der I. Republik an. Anfang des 21 Jahrhunderts kam es zur Aufteilung auf einen Erholungs- und Ruheraum, der zum Wasservogelnistbiotop werden soll.

Mlýn

Die Šafránek Mühle im Loučka-Bachtal unterhalb Drahonín – Ortschaft, wo ihre Einsamkeit Anna Pammrová sowie die Havel-Familie vergessen konnten.

Das einst ruhige Bachtal, in dem der Mühlengeklapper zu hören war, wurde durch Aufbau weiterer Hütten beeinträchtigt. Die Umgebung der Gemeinden Drahonín und Olší (Olschi) oberhalb des Bachtals litten in den fünfziger Jahren an störenden Aktivitäten sprich Uranerzförderung. Nichtsdestoweniger verbergen sich hier bisher ruhige Ecken – zum Beispiel romantischer Trenckklamm unterhalb Drahonín, wo ein fabelhafter Schatz vom räuberischen Baron Trenck, einst Mlýn ein treuer Bediente der Maria Teresia, irgendwo im Felsenreich unter Wasserfällen versteckt wurde.

Im malerischen Dörflein Skryje im Tal des Baches Loučka blieben zwei alten Mühlen erhalten. Mašíček Mühle wurde im Stil des volkstümlich gewordenen Barocks mit Verzierung sowie geprägter Zeitrechnung 1843 erbaut. Die Buchal Mühle ist mit der Zeitrechnung 1820 im Giebel des Hauptgebäudes versehen.

Rokle

Und die Einsamkeit ist auch auf dem windigen Gelände um Katov, Rojetín (Rojetein), Kuřimská Nová Ves anwesend... Eben vor hier aus stammen die Fernsichtgemälden eines der letzten klassischen Landschaftsmaler Josef Jambor. In seinen Gemälden konnte er nachweisen, dass nicht nur die raue Hochgegend des Böhmisch-Mährischen Hügellandes, sondern auch seine freundlichere Peripherien in der Region Tišnovsko ihre Anziehungskraft als wunderschöne Landschaft besitzen.

Der Trenckklamm weist gleichartige romantische Züge wie auch einige Bergtäler in den Alpen oder Karpaten aus.