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Drásov

Aus der Reihe der bergreichen Region Tišnovsko tanzt eine breite Landschaft, die sich um die Gemeinden Drásov und Malhostovice (Malostowitz) herum erstreckt. Diese liegt nämlich in einer flachen Senkung der Boskowitzer Furche, durch die hier das Böhmisch-Mährisches Hügelland von dem Brünner Bergland getrennt wird. Die dunkelfarbigen fruchtbaren Felder erinnern früher an Haná (Hannakei). Auch die Straßen hier sind breit ausgeführt, wie es in Dörfern von der Hannakei der Fall ist und in Drásov blieb sogar bis vierzige Jahre des 20. Jhd. ein typischer Bauernhof mit hervorstehendem Vorbau erhalten.

Aus den Baudenkmälern von Drásov, die bis heute erhalten blieben, ist außer der frühgotischen Pfarrkirche vor allem auf die alte Mühle aufmerksam zu machen, die einst durch den vor etlichen Jahren verschütteten Mühlgraben vom Bach Lubě versorgt wurde. Vor dieser Mühle wächst eine der mächtigsten sowie ältesten Linden in dieser Region empor. Mit einer langfristigen Tradition prangt sich das hiesige im Elektrotechnikbereich agierende Werk, das heutzutage dem Siemens-Konzern angeschlossen ist. Am nordwestlichen Rande der Gemeinde Drásov wurde Ende des 19. Jhds. ein schöner Waldpark mit aufbereiteter Quelle hochwertigen Trinkwassers ausgepflanzt.

Kostel Freska

Die frühgotische Kirche der Erhöhung des Heiligen Kreuzes in Drásov ist ein einschiffiges Gebäude mit einem Prismenturm aus der Hälfte des 13. Jhds.. An den spätromanischen Baukern wurde vor der Hälfte des 14. Jahrhunderts ein Chor mit Sakristei angebaut und gleichzeitig erfolgte eine Gemäldeverzierung. Diese gotischen Wandmalereien wurden 1932 entdeckt und 1981 konnten diese wiederhergestellt werden. Erst im späteren 15. Jahrhundert wurde ein Turm angebaut, in dem eine Glocke von 1512 aufgehängt ist. Die derzeitige Kirchengestalt ist auf die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vorgenommene Bauumgestaltung zurückzuführen. Wertvoll findet man auch die bildhauerische Verzierung des Hauptaltars aus dem Ende des 18. Jhds. von Ondřej Schweigl.

Železnice

Drásov wurde in der jüngsten Zeit durch eine private Schmalspurbahn bekannt, die zu einem der Haltepunkte zahlreicher Schulausflüge wurde.

Zu den interessantesten der 25 kleinflächigen Schutzgebiete in der Region Tišnovsko gehört das Naturdenkmal „Malhostovická pecka“ – Devonkalkriff, der aus der flachen Feldlandschaft bei Malhostovice (Malostowitz) hervorsteht.

Pecka
Koniklec

Bereits an der Wende März und April blühen am Naturdenkmal „Malhostovická pecka“ sowie am Hang „Drásovský kopeček“ in der Nähe Hunderte von wunderschönen Blühten der Küchenschelle (Pulsatilla grandis) auf, die als typischer Darsteller der wärmeliebenden Flora der Region Tišnovsko gilt.

Sochy

In der Nähe der Kapelle in Sentice (Sentitz) befinden sich zwei wertvolle Statuen. Eine Sandsteinstatue von st. Florian mit der Zeitrechnung 1854 sowie eine Statue von st. Johannes von Nepomuk aus dem Jahre 1775.

Im Norden stehen aus der Furche jeweilige Hügel des östlichsten Randes des Böhmisch-Mährischen Hügellandes hervor. Der Berg „Vinohrad“ (Weinberg) erinnert mit seiner Bezeichnung daran, dass hier einst Wein angebaut wurde. Sogar wird eine mündliche Geschichte überliefert, dass die Königin Konstanze als Mutter des Königs Wenzel I. den Wein zur Krönung ihres Sohnes eben aus diesen Weinbergen bringen ließ. Bisher findet man hier eine ganze Reihe von hübschen Gebieten wertvoller wärmeliebender Flora. Der geologische Untergrund schuf hier rötliche dyadische Sandsteine, durch deren Verwitterung der Boden hiesiger Felder ähnlichen Farbton erhielt. Der gut bearbeitbare Sandstein, der hier in etlichen kleinen Brüchen gefördert wurde, ist bisher im Mauerwerk der Bauernhäuser erkenntlich, z.B. in Všechovice (Wschechovitz), Hluboké Dvory, Hájek und Unín. Eben hier wurde einst auch Stein gefördert, der von den Steinhauern in der Portalverzierung der Porta Coeli ins Leben gebracht wurde.

Im Flusstal Lubě unterhalb der Gemeinde Hluboké Dvory ist auf eine attraktive aus grobkernigen rötlichen Konglomerate zusammengesetzte Felsengruppe, sog. „Krkatá bába“ (Halsige Großmutter) aufmerksam zu machen. In der Mitte der hiesigen Wälder nördlich der Gemeinde Skalička, in einem der Stützpunkte der antinazistischen Empörung, wurde ein Mahnmal der Partisanengruppe des Generalen Luža erbaut.

Vstavač vojenský

Einzigartige Fernsichten bietet die abgeholzte Höhe Stanovisko (485 m) mit gleich genanntem einsam stehenden Gut an, das mit Obstgärten und Weiden mit Besenginster umgeben ist. Frühere Schafzucht wurde durch attraktive Pferdezucht ersetzt.

Im Naturdenkmal Svídovec zwischen den Gemeinden Rohozec (Rohosetz) und Jamné (Jamles) kann man bis auf den heutigen Tag die Blühten des edlen Helm-Knabenkrautes (Orchis militaris) bestaunen.

Tvrz

Unweit der Gemeinde Hluboké Dvory blieben Reste einer mittelalterlichen Festung Trmačov erhalten, deren Namen die Edelleute im 14. und 15. Jhd. trugen. Bis heute begegnet man hier einer Rundturmruine, wobei auch ein Graben erkennbar ist, durch den das rechteckige Festungsgelände abgegrenzt ist.

Kostel

Vor der Pfarrkirche st. Peter und Paul, die in Unín 1792 erbaut wurde, wächst eine Gruppe von uralten, bizarr geformten Linden empor.

Skalička

Die Gemeinde Skalička (Skalitschka) ist als ein Standort bekannt, wo sich eine Partisanengruppe zusammentraf, die als Bestandteil der Dritten tschechoslowakischen Stoßkompanie galt.