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Deblín und Lažánky

Kostel

Die Pfarrkirche st. Nikolaus in Deblín erinnert an das Jahr 1294 und sein altertümliches Erscheinungsbild wurde nach einem umfangreichen Umbau laut Entwurf Mořic Grimm 1746 abgeschafft. Bis heute blieben einige im romanischen Baustil erbaute Portale erhalten. In der Kirche befinden sich beachtenswerte Grabsteine aus dem 16. Jhd. sowie wertvolle Orgeln aus dem 18. Jhd., die aus der aufgelösten Kirche st. Nikolaus auf dem Friendsplatz in Brünn verlagert wurden.

Kostel

Die Pfarrkirche der Mariahimmelsfahrt in Svatoslav (Swatoslau) verfügt über einen romanisch-gotischen Baukern aus der zweiten Hälfte des 13. Jhds. Die Kirche verzeichnete zahlreiche Umbauten, das heutige Erscheinungsbild stammt aus dem Jahre 1886. Der Glockenturm verbirgt altertümliche Glocken aus dem Ende des 15. Jhds..

Vápenka

Seit undenklichen Zeiten wurde in der Region Tišnovsko Kalkstein gefördert, und zwar in mehreren Standorten sowie in der Umgebung der Gemeinde Lažánky. Diese alte, längst untätige Kalkhütte liegt im Wappen der Gemeinde Lažánky.

Der Weg aus Tišnov nach Deblín schlängelt sich aufwärts des Flusses Závitka ständig bergauf. Allerdings die altertümliche Debliner Kirche liegt in der gleichen Seehöhe wie auch der Gipfel des Berges Květnice! Seit Hälfte des 13. Jahrhunderts befand sich hier auch eine Burg eines einst bedeutenden Geschlechts der Herren aus Deblín, deren Reichtum wohl auf den umliegenden Silberbergbau zurückzuführen war. Die Burg unterging bereits während des Dreißigjährigen Krieges, ihr Mauerwerk wurde zwecks Häuseraufbaus auseinander genommen. Und so gehört zu den hiesigen Baudenkmälern außer der st. Nikolauskirche namentlich das im Empirestil erbaute Jägerhaus aus dem Anfang des 19. Jhds, das sich an einer Straßenkreuzung südwestlich der Gemeinde befindet.

Bílý potok

Südlich Maršov (Marschow) und Lažánky fließt durch ein tief gelegenes, teilweise felsiges Tal der Weißbach. Die Siedlung Šmelcovna (Schmelzhütte), wo einst die in der nahen Umgebung geförderten Erze bearbeitet wurden, bietet ein Erholungsgelände mit einer Gaststätte an. Alljährlich wird hier Ende März von einem Touristenverein " Frühlingsempfang" veranstaltet – nach dem Muster des Dichters Petr Bezruč, der es pflegte, Anfang des 20. Jhds. dieses Gebiet zu besuchen, umgeben von fröhlichen Freunden, die im Touristenverein „Noha“ (Bein) zusammengeschlossen waren.

Verwachsene, auflässige Zeche an der Kalkhütte von Lažánky

Lom

Als ob würde eben dieses altertümliche Jägerhaus, das sich zwischen Feldern und Wäldern befindet, zum Symbol der Verschiedenartigkeit der hiesigen Landschaft. Die breit gewölbten Kämme um Deblín, Svatoslav, Úsuší (Ausoschi), Braníškov, Maršov (Marschow) und Lažánky herum sind zwar fast zusammenhängend urbar gemacht, jedoch unterhalb dieser Kämme, an Talabhängen sowie Teilskämmen erstrecken sich zusammenhängende Wälder mit mannigfaltiger Holzzusammensetzung. Der Debliner Wald, wo überwiegend Fichten vertreten sind, westlich der Gemeinde wird als Paradies der Pilzessammler bezeichnet. Einen wesentlich abwechslungsreichen Waldbestand, oft mit Laubbäumen vertreten, ist in einem wildreichen Waldkomplex Tichanov nördlich Maršov und Lažánky zu finden. Der unter Schutz stehende Rest des Buchenbestandes Slunná, früher bekannt unter der Bezeichnung "Lažánecký prales" (Urwald von Lažánky), weist keinen Unterschied von der Herrlichkeit der Karpatenbuchenbestände aus. Das teils Kalksteingebiet (namentlich die Umgebung der Rinne Maršov) zeichnet sich auch mit einigen bemerkenswerten Karsterscheinungen einschließlich eines Tauchbaches aus. Mit weniger zusammenhängenden, jedoch genauso herrlichen Wäldern sind auch weitere Dörfer und Siedlungen in der Deblín Umgebung umgeben – Pejškov (Pejschkow), Vohančice (Wohantschitz), Žernůvka (Schernuwka), Čížky (Tschischken), Nelepeč (Nelepetsch).

Slunná

Im ausgedehnten Waldkomplex Tichanov zwischen den Gemeinden Lažánky und Heroltice wurde ein urwaldähnlicher Buchenbestandrest mit Lindenbestand erhalten, der unter Schutz des Naturparks Slunná steht.

An der halben Strecke zwischen Maršov und Lažánky befindet sich eine geräumige, einige zehner Meter tiefer Schacht einer auflässigen Kaolinzeche. Das Kaolin wurde her 1906-1932 gefördert und mit einer Seilbahn zur Aufbereitung nach Veverská Bítýška gebracht. Nach Abschluss der Förderaktivitäten wurde die Zeche überflutet und dank einer bläulichen Wasserfarbe erhielt dieses Seelein die Bezeichnung "Mořské oko" (Seeauge). Obwohl das hiesige Wasser nicht mehr so bläulich wie früher ist, bis heute gilt dieses als ausgesuchtes Naturfreibad.

Brambořík

Mit anziehender Kraft wirkt das Tal des Weißbaches, der die Südgrenze der Region Tišnovsko bildet. Dieses romantische Bachtal, das zum Naturpark erklärt wurde, reizte bereits in der Periode zwischen zwei Weltkriegen zahlreiche Brünner Tramps sowie Touristen, wobei dieses Bachtal auch heutzutage viel besucht wird. Alte Mühlen, ab und zu stromschnellenreicher Fluss, felsige Abhänge mit alten Stollen als Rest nach der Förderung diverser Erzarten, mit Blüten besäte Wiesen sowie Mischwälder kümmern sich hier bis heute um ein erholsames und erfrischendes Milieu.

Vom Hochsommer an bis Spätherbst werden die Laubwälder namentlich des südlichen Teiles der Region Tišnovsko mit rosafarbenen Blühten der Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) geschmückt. Ein der nördlichsten europäischen Gebiete, wo diese unter Gesetzschutz stehenden Pflanzen vorkommen, befindet sich im Gebiet Jahodná zwischen Štěpánovice (Stepanowitz) und Brusná (Brusna).