Back

Karst Tišnov

Die Karsterscheinungen in der Umgebung des höchsten Berges Květnice (Höhle Pod Křížem, Schlucht Květnice, Král-Höhle), auf Dřínová und auf dem Berg Tábory bei Stěpánovice (Vavříček-Höhle) werden zusammenfassend als Tišnover Karst bezeichnet. Diese abgetrennten Naturerscheinungen, gebunden an die sich auf dem Berg entwickelnden Oberdevon-Kalksteinmassen, waren einst Bestandteile eines einheitlichen Massivs. Dieser wurde später durch tektonische und erosive Tätigkeit der Schwarza und des Baches Besének zersplittert.

Ausgenommen der Schrattenfelder fehlt es im Karst Tišnov an typischen Oberflächenmerkmalen – Erdfälle, Sacktäler, offene Schluchten u.a..

Vavříček-Höhle/Vavříkova jeskyně

Die Höhle wurde 1945 vom Bürger Rudolf Vavříček am nordöstlichen Abhang des Berges Tábory bei Štěpánovice entdeckt. Der Höhleneingang war so eng, dass es erforderlich war, diesen mit Sprengstoff zugänglich zu machen. Die Höhle weist einen Schluchtcharakter mit einem 17m tiefen Schuttboden aus. Eine mächtige Zugluft, die durch die Höhle strömt, weist darauf hin, dass man unterhalb der Schuttschicht weitere Karsträumlichkeiten erwarten kann.

Die Region Lažánky – Karst Heroltice

Ein der nächsten Karstgebiete befindet sich südlich Tišnov im Bereich zwischen Heroltice und Weißbach. Die Karsterscheinungen hängen mit einem Streifen der Devonkalksteine in der Region Lažánky-Heroltice zusammen. Der Karst kommt in einigen Geschossen zum Vorschein und im Gegensatz zu dem Tišnover Karstgebiet handelt es sich bisher um ein aktives Karstgebiet, obwohl diese Tatsache lediglich in der untersten Etage zu beobachten ist. Der Ursprung dieser Höhlensysteme ist auf drei Tauchflüsse zurückzuführen: Der erste Bach versinkt südlich Maršov auf dem Boden der Schlucht Stříbrná zmola. Das zweite Bächlein geht nördlich Lažánky im Erdfall Lažánecký závrt verloren und strudelt in der Entfernung von 1,5km in der Talmulde Maršovský žleb (Vincova vyvěračka). Der letzte der Tauchflüsse ist der Bach Pejškovský potok, der "Na Bílé" in der Nähe von Heroltice strudelt. Die meisten der Karsträumlichkeiten in diesem Gebiet sind praktisch unzugänglich.

Unter Verwendung der Unterlagen von RNDr. Drahoš Šikola