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Fluss Schwarza

řeka Svratka Ähnlich wie sich die Lebenslinie durch die Handfläche schlängelt, der Fluss Schwarza schneidet die Landschaft der Region Tišnovsko. Er entspringt in tiefen Hirschwäldern im Gebiet des Berges Žákova hora, in der Nähe der europäischen Hauptwasserscheide. Diese dunkle Flussquelle verlässt torfige Böden und unmittelbar nach Verlassen des schattigen Fichtelbestandes schlängelt sie sich durch die sonnhellen Wiesen von Herálec und Milovy. Auf diese Gegend ist wohl auch zweierlei Flussbezeichnung zurückzuführen. Das dunkle, schwärzliche Wasser des Quellengebiets konnte mit dem altgermanischen Begriff Swarta und deutschen Bezeichnung Schwarza gekennzeichnet werden. Für einen wahrscheinlicheren Ursprung der Flussbezeichnung wird jedoch der urslawische Begriff „svrt“ gehalten, mit der Bedeutung „zurückkehren“, womit auch der sich mäanderartig kehrende Fluss gekennzeichnet wird.

Ca. 170km von seinen Quellengebieten entfernt, 600m flussabwärts, mündet Schwarza in den Mittelstausee (Wisternitzer Stausee) des Wasserwerkes Nové Mlýny (Neumühl). Die umfangreiche Wassermenge ließ die uralte Mündung der Schwarza in Thaya vergessen.

Tišnov liegt etwa am Mittellauf der Schwarza. Der Bach Lubě unterhalb Tišnov mündet in diesen Fluss am dreiundachtzigsten, die Bächer Besének und Loučka am neunundsiebzigsten Kilometer. Ohne zu übertreiben kann gesagt werden, dass das Erscheinungsbild von Tišnov als eine an Anziehungskraft reiche, für Erholung sehr attraktive Landschaft vor allem durch Schwarza gegeben ist. Und man muss kein leidenschaftlicher Angler oder Wassersportler sein, um dem Flusszauber und seiner Umgebung unterliegen zu können.

Genauso wie von Jimramov an, auch in der Landschaft „von der Burg Pernštejn bis Veveří“ schlängelt sich Schwarza meistens durch ein tief gelegenes Flusstal. Es gibt hier eine ganze Reihe von romantischen Ecken, die ihre Anziehungskraft das ganze Jahr lang bewahren. Obwohl der Fluss seit Ende der fünfziger Jahre mit der Wührer Talsperre gebändigt wird, trotzdem ist er imstande, bis heute in der Frühjahrperiode stürmisch zu werden und den Ufer mit riesigen Eisschollen zu besetzen. Im Uferbestand von Eschen, Pappen und Weiden sprießen dann unter den schmelzenden Eisplatten der Himmelschlüssel, Windröschen, Lerchensporn, Pestwurz sowie Goldstern.

Aus Gneisfelsen bei Prudká wächst an den Frühjahrfluss heran goldglänzendes Steinkraut. Eben an dieser Stelle schuf die Schwarza ein geschlossenes Durchbruchstal, ein der tiefsten Täler auf dem Gebiet des ausgedehnten Böhmisch-Mährischen Hügellandes. Der Fluss passiert an dieser Stelle riesige Steine. Oberhalb der Gemeinde Borač wird dieser wild und verzweigt sich unter einzelne Inseln. Kein Wunder, dass der Landsmann aus Borač – Podolí, Schriftsteller und Dichter Josef Uher eben an dieser Stelle sein brünstiges Bekenntnis geäußert hat: "Mit einigen Blicken verliebte ich mich in diesen Landteil und ab sofort nistete ich mich ein. Und hier erneut unter dem weiten Himmel fing ich an, über meine Aussichten aufs kommende Leben zu überlegen".

Von Štěpánovice an öffnet sich das Flusstal der Schwarza ins Tischnowitzer Becken. Auch in der breiten Au unterhalb der Stadt behält sich der Fluss seinen Zauber. In sein ruhiges, grünliches Wasser, gestaut durch das Wehr von Březina, wirft sich im Sturzflug der blaue Eisvogel. Auf dem Wehr braust die Schwarza fast wie ein Wasserfall nieder, jedoch in der Sommerperiode gibt es hier kaum einen Flussstrom. An heißen Tagen kann man am Ufer ein Glas schneidigen Biers aus der Klimeš Gaststätte genießen und dieses im Seichwasser abkühlen lassen – auch im schwülen Juli strömt hier kaltes Wasser, das aus der Wührer Talsperre abgelassen wird.

Seine Gestaltung als ein unterländischer Strom verliert der Fluss bald unterhalb Březina, wobei dieser erneut in ein tiefes Tal taucht. Steile Felsenhänge Sokolí und Tichanov oberhalb Veverská Bítýška weisen entzückende Reste uralter Laubwälder aus. Als sich die hiesigen Arber, Linden und Buchen in ihre Herbstfarben anziehen, dann wird mehr denn je die Besessenheit der Brünner Tramps verstanden, die es einst gepflegt haben, vor dem hektischen Großstadtmilieu in diese romantische Weltecke zu fliehen. Schade nur, dass ihre einzigartigen und einfachen Blockhütten bereits längst durch pompöse Datschensiedlungen mit regem Verkehr ersetzt wurden.

Einsamer und scheuer Tramp verlässt hier lieber die Erholungshäuser an der Talsohle und klettert hoch oberhalb des Flusses bis zur Felsenlandzunge. Und das Alles auf dem Hintergrund, um in aller Ruhe von dem wunderschönen Fluss Schwarza abschied zu nehmen, der durch den Brünner Stausee, Brünn und feldreiche Landschaft mit Überresten der Auwälder von der Region Tišnovsko aus Richtung weinreiches Landschaftsschutzgebiet Pálava durchströmt ...

Unter Verwendung eines Artikels von Doc. Ing. Jan Lacina, Csc