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Höhlen

Králova jeskyně Die Höhlen im Inneren des Berges Květnice sind keinesfalls zahlreich, jedoch ihre Schönheit erregt bestimmt ihre Aufmerksamkeit. Unter die bekannten Höhlen zählen die Höhle Pod Křížem (Unter Kreuz) und Schlucht Květnice, die 76,5m tief ist.

Falls man zur Král-Höhle absteigt, die 1972 entdeckt wurde, findet man hier bezaubernde Pracht fantastischer Formen diverser Tropfsteine, jedoch auch anderer kristallinischen Formen, die hier die Natur seit Tausendjahren geschaffen hat. Die Sinterzierung erreicht eine Länge bis 160cm. Einige Höhlenteile sind so bemerkenswert, dass diese auch für die Höhlenforscher geschlossen bleiben.

Zu den bedeutendsten Entdeckungen gehört der Trakt mit der Bezeichnung Dobišar-Höhle aus dem Jahre 1984 und einige Hundert Meter lange neue Höhlenteile, die nach anstrengender Arbeit 1989 entdeckt wurden. Diesem unterirdischen Reich herrscht der Dom Tišnov (35m lang und 18m breit) vor.

Höhle Pod Křížem (Jeskyně Pod Křížem)

Die Höhle wurde zufällig mit einem Stollen aufgefahren, als Baryt gefördert wurde. Es handelt sich um einen horizontal gelegenen Karstkanal ohne jede Karstverzierung. Merkwürdig waren ein Kalzitkeller, der mit bis 16cm großen honiggelben Kalzitkristallen verziert war, sowie ein 10m hoher Sinterwasserfall. Die Verzierung der gesamten Höhle wurde von vandalischen Besuchern vollkommen vernichtet. Alle drei Eingänge wurden deshalb 1984 von den Tišnover Höhlenforschern geschlossen, jedoch ein Eingang blieb als abschließbarer Gittereingang erhalten. Das Ziel bestand darin, für die Höhle ihre Naturbedingungen wiederherzustellen, denn durch das Auffahren der übereinander liegenden Stollen wurde die Höhle künstlich dynamisch und trocken. Es war auch erforderlich, diese Höhe von unnatürlichen Stoffen zu bereinigen, im überwiegenden Masse von Blechdosen, da hier oft ihre Übernachtung zahlreiche Tramps fanden. In letzten Jahren, wo es bereits gelingt, Ruhe am Eingang sowie unter der Erde zu erhalten, kehrten auch die Fledermäuse zurück. Man setzt voraus, dass es einen Zusammenhang zwischen dieser Höhle und der Král-Höhle gibt.

Schlucht Květnice (Květnická propast)

Gleichfalls diese Schlucht am Westhang des Berges Květnice wurde beim Abteufen eines Barytschürfstollens entdeckt. Es ist eine typische auf Kalkstein liegende Kluft, die teilweise zum Karst wurde. Deren Breite schwankt von ein paar Zentimetern bis zwei Meter. Mit ihrer Tiefe - 76,5m – gehört sie zu den tiefsten Schluchten in Tschechien. Der am tiefsten liegende Boden ist mit Steinen verschüttet. Diese tektonische Kluft greift in die Tiefe ein, jedoch diese ist so eng, das sie für die Höhlenforscher unzugänglich bleibt. Wogegen in der horizontalen Richtung kann man 30m vorankommen. 1984 wurde der Stolleneingang mit einer Gitter abgesichert. Später erwies es sich, dass alle Möglichkeiten nicht erschöpft sind. Es wurde ein verschütteter unbekannter Teil abgedeckt und ein Seitengang entdeckt. Die Tiefe wurde nicht überwunden, jedoch seit 1987 gibt es hier nach wie vor ein Fragezeichen oberhalb dieses ungeforschten sowie gefährlichen Bereichs.

Král-Höhle (Králova jeskyně)

Diese Höhle wurde zufällig am 28. 5. 1972 am nordöstlichen Hang des Berges Květnice entdeckt. Sie wurde nach Alois Král genannt, Ehrenbürge der Stadt Tišnov, Entdecker der Demänová-Höhlen. Die Höhle ist deutlich vielgliedrig und verhältnismäßig umfangreich. Die Messungen wiesen eine Länge von 350m aus. Das Obergeschoss liegt horizontal ca. 10 m unter der Erdoberfläche und ist durch Korrosion und Erosion geformt. Sie bietet eine mannigfache Tropfsteinverzierung, wobei die Tropfsteine diverse Länge und Dicke ausweisen, und zwei kleinen Sinterseen mit einer Fläche von 5m an. Die Höhlenforscheraktivitäten brachten 1974 geringe Entdeckungen, wie Rotunde, Abbruchskamin, Schreckenkamin oder Verlorene Kamine. Die Schluchten sowie der Höhlenunterteil weisen einen verzierungsärmeren Innenraum, wogegen die Sinterablagerungen und Wasserfälle mächtiger sind.

1976 - 77 wurde ein Stollen durchgehaut, der das Höhlenobergeschoss zugänglich macht. Langjährige und zielbewusste Höhleforscheraktivitäten wurden allmählich durch Entdeckungen weiterer Räumlichkeiten dieses Höhlensystems belohnt. 1984 wurde die Dobišar-Höhle mit einer einzigartigen Verzierung sprich schmale Tropfsteine mit einer Länge bis 160cm aufgefunden. Fünf Jahre später wurde dann eine Höhlenfortsetzung in der Richtung Bergmassiv entdeckt – Schreckenkamin mit Ausmaßen 20×14 m und Tišnover Kamin mit Ausmaßen 35 ×18 m. Die Kanäle, Kamine sowie Gänge, die mit Schutt und Terra Rossa besetzt sind, die sich in einigen zukunftsweisenden Bereichen befinden, lassen ahnen, dass diese Entdeckung bei weitem nicht die letzten waren. Heutzutage ist die Höhle nach der Vermessung ca. drei Viertel Kilometer lang und die Problematik dieses Karstphänomens wurde bisher noch nicht „geknackt“. Es gibt nach wie vor jede Menge Fragen, die zu beantworten sind. Selbst die Tatsache, dass sich der Wasserspiegel der Flüsse Besének und Schwarza ca. 120m unter der niedrigsten zugänglichen Höhlenstelle befindet, ist für die Höhlenforscher ein Merkmal, das diese nicht schlafen lässt. Einerseits gibt es hier eine Theorie, andererseits ist die Wahrheit nachzuweisen, und zwar durch eine systematische und intensive Arbeit sowie durch einen greifbaren Nachweis. Diejenigen, die 1972 mit den Forschungen angefangen haben, bewahren nicht auf immer ihre Jugend, und so bemühen sie sich, ihre Erfahrungen für ihre jüngeren Kollegen zu vermitteln, die, hoffentlich, diese Aktivitäten fortsetzen und neues entdecken werden, jedoch namentlich diesen Naturreichtum unter Schutz nehmen.

Unter Verwendung der Unterlagen von H. Pavel Vašík