Back

Die Natur der Region Tišnovsko

Der erhebliche Reichtum an Naturschönheiten der Region Tišnovsko ist namentlich auf ihre günstige Lage zurückzuführen. Das Gebiet befindet sich orographisch am Rande des Böhmisch-Mährischen und Brünner Hügellandes. Breite Senkung der Boskowitzer Furche trennt das Böhmische-Mährisch und Brünner Hügelland voneinander. Vom Norden nach Süden strömt das Gebiet die Schwarza, durch, die am Berg Žákova hora 750 m Seehöhe entspringt.
Loučka
Die Region Tišnovsko stellt einen bedeutsamen Berührungspunkt auch in geologischer Hinsicht dar. Der nördliche und westliche Teil der Region Tišnovsko wird durch das Böhmisch-Mährische Hügelland bedeckt, das aus kristallinischem Schiefer und Tiefergussgestein besteht. Im Osten wird diese Region durch dyadische Sedimente von Magmatiten des erheblich verwitterten Brünner Hügellandes abgetrennt.

Ähnlich treffen sich in der Region Tišnovsko zwei Floragebiete. Vom Norden und Nordwesten greift hier die Waldflora des herzynisch-sudetischen Gebiets ein, wobei vom Süden die wärmeliebende und Steppenflora des pontisch-pannonischen Gebiets durchdringt. Es ist interessant, gegenseitige Durchdringung der wärmeliebenden Flora in der nördlichen Richtung und andererseits den Abwärtsgang der Floragebirgsarten südlich zu beobachten. Entscheidende Migrationswege für die Flora sowie Fauna in der Region Tišnovsko stellen tief gelegene Täler der Schwarza sowie dessen Zuflüsse und die Boskowitzer Furche dar. Diesen Pfad haben in der Nacheiszeit in der südnördlichen Richtung die wärmeliebenden und steppenartigen Pflanzen und Lebewesen gewählt. Zu ihrer „Heimat“ wurden die gegen Mittag gewendeten Hänge der hiesigen Berge. So haben an den sonnigen Abhängen des Berges Květnice ihr nördlichstes Versteck im Flussgebiet der Schwarza z.B. Federgras (Stipa capillata), Wiesenraute (Thalictrum minus), Christusauge (Inula oculus-christi), Glockenblume (Campanula bononiensis) sowie Eiche (Quercus pubescens) gefunden. Eine ausgeprägt wärmeliebende Pflanze ist Küchenschelle (Pulsatilla grandis), die an den Kalkhügeln zwischen Kuřim (Gurein) und Tišnov auftaucht.

Aus der Gruppe der wärmeliebenden Lebewesen ist an der ersten Stelle die Gottesanbeterin (Mantis religiosa) zu nennen, die in der Region Tišnovsko erstmals Anfang der 90. Jahre bestätigt wurde. Auf sonnige Gegend sind des Weiteren z.B. Vögel wie Schwarzkehlchen (Saxicola torquata) und der Pirol (Oriolus oriolus) angewiesen. Andere Lebewesenarten fanden ihre Verbreitung aus felsigen Bergen in die Flusstäler und zwischen die im Schatten versteckten Felsen, die zum Norden gewandt sind. Hinsichtlich der Pflanzenarten sind hier z.B. der Drudenfuß (Lycopodium annotinum), Silberblatt (Lunaria rediviva), Neunkraftwurzel (Petasites albus), Ackeleiwiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium), Wiesenknöterich (Polygonum bistorta), Himmelschlüssel (Primula elatior) sowie Alpenrose (Rosa pendulina) vertreten. Unter die typischen in kalten und höheren Lagen lebenden Lebewesen fällt die Zirbelkrähe ( Nucifraga caryocatactes).

Zu den Merkwürdigkeiten der Pflanzenmannigfaltigkeit in der Region Tišnovsko zählt das massenhafte Vorkommen der Kleinen Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) sowie einiger Fledermausgattungen (Myotis), die über günstigen Überwinterungsort in unterirdischen Räumlichkeiten der Karsthöhlen im Berg Květnice verfügen.

Dank ihrer vorteilhaften Lage stellt die Region Tišnovsko ein sehr schätzbares Gebiet dar, das durch ein mannigfaltiges Mosaik der Pflanzen- und Lebewesenvölker gekennzeichnet ist. Mit dem Ziel, biologische Mannigfaltigkeit zu schützen und harmonischen Landschaftsnießbrauch sicherzustellen, wurden innerhalb der Region Tišnovsko 10 Naturparks sowie 24 Naturdenkmäler (Weißbach, Baba, Podkomorské lesy, Svratecká hornatina) verkündet.

(Unter Verwendung der Unterlagen von Doc. Ing. Jana Lacina, Csc.)