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Rathaus

Die derzeitige Rathausform, in der das altertümliche Erscheinungsbild aus dem Radnice 18. Jhd. erhalten blieb, erinnert ans Jahr 1905 und wurde nach dem Entwurf des Ingenieurs Vladimír Fišer erbaut. Der romantische an die Geschichte erinnernde Baustil ist in seinem Innenraum anwesend. Sehenswürdig findet man jedoch die Sgraffiti am Außenmauerwerk, an denen jeweilige Ereignisse aus der Geschichte der Stadt aufgezeichnet sind. Hier ist die Einräumung der Vorrechte für die Stadt Tišnov von der Äbtissin des Klosters Porta Coeli Barbora Konická aus Švábenice 1554 dargestellt. Die Inschrift "Květnice hora, Besének voda, dražší než celá Morava („Květnice – Berg, Besének – Bach, edler als das mährenweite Gebiet“)" ist unauffällig an der Bergmannspitzhacke im unteren Bereich einer der Abbildungen der herkömmlichen Berufe – und zwar Bergbau und Ackerbau - der in Tišnov lebenden Bewohner angebracht. Nächste Sgraffiti spiegelt einen traurigen Heiligabend vom 1620, wo die Ratsherren von Tišnov, die mit reichlicher Bewirtung entgegen kamen, von den aus der Schlacht auf dem Weißen Berg zurückkehrenden Landsknechten gequält wurden. Der Grabstein eines dieser Ratherren Herrn Jiřík Mydlář ist in einer Tragsäule im Rathaustagungsraum eingemauert. An der Gebäudeostfront ist die bekannte Inschrift eingraviert: "Bestehe dieses Haus bis Weltuntergang, die Bewohner von Tišnov überdauern noch vier Jahre danach.".